
Hundetrainer in Graz, spezialisiert auf Hunde, die im Alltag schwer zu führen sind.
Steffen Taubitz · Hunde-Sprache
Meine Schwerpunkte
Ich habe über 150 Mensch-Hund-Teams in und um Graz begleitet — Hunde, die draußen Schwierigkeiten bereiten, unter Reiz hochfahren, übermäßig gestresst sind oder nicht allein bleiben können. Viele dieser Halter sind zu mir gekommen, nachdem andere Trainer und Methoden nicht weiter wussten. Mit einer anderen Herangehensweise wurde Veränderung wieder möglich.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die präventive Arbeit mit Welpen und Junghunden. Aus den Erfahrungen mit reaktiven Hunden weiß ich, wie viele Probleme später gar nicht erst entstehen würden, wenn man früh die richtigen Weichen stellt — methodisch fundiert und angepasst an die Entwicklung des Hundes.
Was ich anbiete, ist strukturierte, ursachenorientierte Begleitung — mit Fokus auf das Verstehen des Hundes, seiner Bedürfnisse und der praktischen Umsetzung im Alltag. Jedes Team bekommt eine individuelle Herangehensweise, die zur eigenen Situation passt.
Wie ich zum Hundetraining kam
Hunde begleiten mich schon mein ganzes Leben — ich bin mit ihnen aufgewachsen. Wir hatten immer welche in meiner Familie. Aber meinen ersten eigenen Hund habe ich mir erst mit Ende 20 geholt — Emma, eine Border-Collie-Mischlingswelpin.
Ich wollte einen Begleiter an meiner Seite, mit dem ich Spaß habe und den ich überall mit hinnehmen kann. Die Realität sah leider anders aus.

Emma — und der falsche Weg
Ich wollte von Anfang an alles richtig machen. Ich hatte mir vorher Wissen angeeignet und war dabei auf positives Hundetraining gestoßen — das war das, was ich wollte. Das Training, mit dem ich als Kind in den Hundeschulen meiner Eltern in Berührung gekommen war, hatte mir nie zugesagt: dominanzorientiert, hierarchisch gedacht, mit Leinenruck, Strafe und Druck als zentralen Werkzeugen. Heute weiß ich, dass es nicht nur fachlich überholt ist, sondern auch echten Schaden anrichten kann. Für mich als Kind waren Hunde mit Spaß verknüpft, treue Gefährten — und deshalb konnte ich die Methoden gar nicht nachvollziehen.
Vor zehn Jahren, als Emma kam, war diese alte Schule trotzdem noch der Standard. Ich habe versucht, eine entspanntere Welpenschule zu finden. Aber wenn man sich nicht gut auskennt, ist das nicht leicht. Was ich dort fand, war nicht offensichtlich aversiv — aber Blockieren, Leinenruck und ähnliche Methoden waren weiterhin Teil des Trainings. Vor allem fehlte ein echtes Verständnis dafür, wie Hunde lernen und was sie brauchen.
Ich wusste es nicht besser. Ich habe mich auf die Trainerinnen verlassen, war in jedem Training, habe alles fleißig umgesetzt. Trotzdem wurde Emma zum Problemhund: Draußen hat sie gebellt, gezogen, war kaum noch ansprechbar — und zu Hause kam sie nicht zur Ruhe.
Also habe ich weitergesucht. Trainer um Trainer — und immer dasselbe: Leinenruck. Wasserspritze. „Da musst du dich durchsetzen." „Du musst der Chef sein." „Lass dich nicht verarschen." Damals wusste ich nicht, dass Hundetrainer kein geschützter Beruf ist und die Ausbildung von einem Wochenend-Kurs bis zu mehreren Jahren reicht — mit entsprechend großen Unterschieden in der Qualität.
Ich habe mich lange dagegen gewehrt — aber irgendwann war ich so verzweifelt, dass ich es probiert habe. Es wurde nicht besser, es wurde schlimmer. Und das Schlimmste: Emma hat das Vertrauen in mich verloren. Sie war von Natur aus sehr sensibel, und durch die groben Methoden hat sie den Kontakt zu mir gemieden. Sie kam nicht mehr zum Kuscheln, suchte Abstand. Das hat mir das Herz gebrochen.
„Wer nichts weiß, muss alles glauben."
— Marie von Ebner-Eschenbach
Johnny und der Punkt, an dem ich kurz davor war aufzugeben
Dann kam Johnny mit zwei Jahren in mein Leben. Draußen war er angenehmer als Emma, aber zu Hause eine Katastrophe. Er kam nie zur Ruhe, hat ständig laut gewinselt, brauchte permanent Aufmerksamkeit. Jeder Spaziergang war eine Qual, zu Hause gab es keine Ruhe — bellen, winseln, ständige Unruhe. Es war nicht ansatzweise das Leben, das ich mir mit Hund vorgestellt hatte.
Ich war kurz davor, beide abzugeben. Aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass das die einzige Lösung sein soll. Da ist mir wieder eingefallen, was ich vor Emma gelesen hatte: positives Hundetraining.
Vom Selbststudium zur ATN
Was ich brauche, ist Wissen. Diese Erkenntnis hat alles verändert. Ich habe aufgehört, nach dem nächsten Trainer zu suchen — und angefangen, mir die Inhalte selbst zu erarbeiten. Im Selbststudium habe ich verstanden: Es geht ohne Gewalt, ohne Strafe, ohne Hierarchie zwischen Mensch und Hund. Was es braucht, ist Verständnis dafür, wie ein Hund wirklich lernt und was er braucht.
Als ich im Selbststudium an meine Grenzen kam, habe ich die ATN entdeckt — die Akademie für angewandte Tierpsychologie und Tierverhaltenstraining. Eine zwei Jahre lange, kostenintensive Ausbildung zum Hundetrainer, nur um meinen eigenen Hunden zu helfen. Ein heftiger Schritt. Aber ich habe entschieden, dass es das wert ist — und es war es.
Was die ATN verändert hat
Was während der Ausbildung passiert ist, hat alles verändert. Ich habe verstanden, was bei Emma und Johnny vorging. Ich habe gelernt, wie Hunde wirklich lernen, welche Bedürfnisse sie haben und wie ich darauf eingehe, statt dagegen zu arbeiten. Und ich habe rückblickend erkannt, wie viel Schaden die Methoden, mit denen ich gearbeitet hatte, anrichten — und dass viele Trainer das nicht einmal wissen, aber dennoch ohne Zurückhaltung ihre Methode als die richtige verkaufen.
Mit dem neuen Wissen hat es funktioniert. Nicht über Nacht, nicht ohne Arbeit — aber es hat funktioniert. Bei Emma. Bei Johnny. Alle Themen, die ich für unlösbar gehalten hatte, haben sich aufgelöst.

Vom Hundehalter zum Trainer
Während ich an den beiden gearbeitet habe, ist mir aufgefallen: Ich kann das. Ich erkläre gerne, ich unterrichte gerne, und ich kann komplexe fachliche Inhalte so vermitteln, dass sie im Alltag funktionieren. Und ich will nicht, dass andere dasselbe durchmachen wie ich.
Aus dem Vorhaben „ich helfe meinen Hunden" wurde der Beruf.
Seitdem arbeite ich mit Haltern, die in der gleichen Situation stehen wie ich damals — und biete ihnen den Weg an, den ich selbst gebraucht hätte.
Was ich heute mache
Ich arbeite im direkten Kontakt mit meinen Mensch-Hund-Teams und helfe ihnen, einen entspannten Alltag zurückzugewinnen oder zu erreichen. Durch das Wissen, das ich mir bis jetzt angeeignet habe und immer weiter ausbaue, und durch die Erfahrung in der Betreuung meiner Kunden habe ich mein eigenes Trainingssystem entwickelt.
Dieses System verbindet zwei Seiten: fundiertes Wissen über die Bedürfnisse von Hunden, ihr Verhalten und wie sie lernen auf der einen Seite — und die konkrete praktische Umsetzung auf der anderen. Meistens kommt die Wissensvermittlung viel zu kurz. Aber ohne Verständnis dafür, warum man etwas macht, ist man immer auf Hilfe von anderen angewiesen. Ich will, dass meine Teams sich sicher fühlen, weil sie wissen, warum sie etwas tun, damit sie flexibel auf Schwierigkeiten reagieren können.
Beim praktischen Teil ist das Problem ein anderes: Hier wird zwar viel gemacht, aber leider werden zu oft die falschen Methoden angewendet. Und selbst wenn die richtigen Methoden angewendet werden, greifen sie oft nicht — weil sie im falschen Moment kommen. Das ist für mich besonders frustrierend: Die wirklich guten Methoden erwecken dann den Anschein, sie würden nicht funktionieren — und Halter und Trainer greifen wieder auf Gewalt und Strafe zurück.
Mein System ist genau so ausgelegt, dass beides zusammenkommt. Das nötige Wissen und die praktische Umsetzung — das ist es, was ich anbiete und worauf ich Wert lege.
Mir ist außerdem persönlich sehr wichtig, dass sich wissenschaftlich fundiertes, bedürfnisorientiertes Hundetraining durchsetzt. Damit unsere Hunde endlich verstanden werden und das Leben bekommen, das sie verdienen. Hunde sind Partner, keine Gegner, die man permanent in Schach halten muss. Die Vorstellung, ein Hund würde „die Oberhand gewinnen", wenn man ihm nicht ständig Grenzen setzt, ist fachlich nicht haltbar — hält sich aber hartnäckig in vielen Hundeschulen und Trainerköpfen.
Womit ich nicht arbeite
Mit aversiven Methoden. Kein Leinenruck, kein Sprühhalsband, kein Schreckverhalten, keine Dominanz-Logik. Diese Position ist nicht ideologisch, sondern fachlich begründet — die negativen Konsequenzen für Lernfähigkeit, Stress-Niveau und Mensch-Hund-Beziehung sind einfach zu groß. Und nach meiner eigenen Geschichte ist sie auch persönlich.
Halter, die überzeugt sind, dass „der Hund nicht anders lernen kann", werden mit mir nicht glücklich. Das ist keine Bewertung — nur eine ehrliche Aussage zur Passung.

Was mich als Trainer auszeichnet
Ich arbeite wissenschaftlich — und mache es praktisch nutzbar.
Mein Wissen basiert auf aktueller Verhaltensforschung, und ich bilde mich kontinuierlich weiter. Aber Wissen allein hilft niemandem. Entscheidend ist, komplexe fachliche Inhalte so zu übersetzen, dass sie im Alltag mit deinem Hund tatsächlich funktionieren. Genau das ist meine Stärke.
Mein Ziel ist es, dass du keinen Trainer mehr brauchst.
Ich vermittle das Wissen und die Methoden so, dass du selbst verstehst, was zu tun ist. Damit du auch in neuen Situationen, mit Themen, die wir nie konkret besprochen haben, eigenständig die richtige Entscheidung treffen kannst. Ich bereite die Inhalte so auf, dass sie ohne Vorbildung verständlich sind und im Alltag funktionieren.
Ich arbeite mit System, nicht nach Versuch und Irrtum.
Vor der ersten praktischen Einheit steht eine ausführliche Analyse. Aus der Analyse leite ich einen strukturierten Plan ab — mit klarer Reihenfolge, mit nachvollziehbarer Logik, mit definierten Etappen. Du weißt zu jedem Zeitpunkt, woran wir arbeiten und warum.
Ich kenne reaktive Hunde aus eigener Erfahrung — nicht nur aus dem Lehrbuch.
Das ist überhaupt der Grund, warum ich Trainer wurde. Ich weiß, wie es ist, mit den Nerven am Ende zu sein und keine Hilfe oder Verständnis zu finden. Diese Erfahrung kommt mir heute zugute. Ich kenne nicht nur die Theorie hinter Reaktivität, ich kenne das Gefühl, mit einem reaktiven Hund vor der Tür zu stehen und zu wissen, dass die nächste Eskalation in Sekunden kommt. Das ist eine andere Ebene als Buchwissen — und sie hilft mir, Halter ernst zu nehmen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen, weil ich genau weiß, wo sie stehen.
Über 150 Mensch-Hund-Teams.
Und mit jeder Begleitung ist mein System gewachsen. Was ich heute anbiete, ist nicht nur das Wissen aus dem Lehrbuch — sondern das, was sich in der Praxis mit echten Haltern und echten Hunden bewährt hat. Manche Methoden, die in der Theorie elegant aussehen, scheitern im Alltag — andere, die unscheinbar wirken, machen den Unterschied. Diese Praxis-Erfahrung ist nicht zu ersetzen. Sie kommt nur durch echte Arbeit an schwierigen Fällen über Jahre.
Meine Methodik
Mein Training folgt einer klaren Reihenfolge: einer ausführlichen Analyse, gefolgt von fünf aufeinander aufbauenden Stufen. Diese Reihenfolge ist nicht beliebig — sie ist der Kern meiner Methodik.
Vorab: Bevor ich trainiere, analysiere ich.
Jeder Hund, mit dem ich arbeite, bekommt zuerst eine ausführliche Verhaltensanalyse. Ich will wissen, was wirklich passiert — nicht nur das Symptom, das der Halter sieht. Wenn ein Hund bei Hundebegegnungen ausrastet, ist das das sichtbare Verhalten. Die Frage ist: Warum tut er das? Was passiert in seinem Körper? Welche Lerngeschichte steht dahinter? Welche Bedürfnisse sind unerfüllt? Erst wenn ich das verstanden habe, kann ich entscheiden, woran wir arbeiten. Nur am Symptom zu arbeiten hilft meistens nur kurzfristig, weil die Ursache nie adressiert wurde.
Stufe 1 — Entlastung und Stabilisierung
Das Nervensystem deines Hundes muss erst aus dem Daueralarm herauskommen, bevor irgendetwas anderes greifen kann. Was die meisten Halter nicht wissen — und was ihnen vorher auch niemand erklärt hat: In den entscheidenden Momenten ist der Hund oft so überreizt, dass er biologisch gar nicht mehr lernen kann. Die Amygdala übernimmt, der präfrontale Kortex wird entkoppelt. Egal wie gut die Übung ist, egal wie wertvoll die Belohnung — das Gehirn deines Hundes funktioniert in dem Moment anders. Genau hier scheitern die meisten Methoden.
Stufe 2 — Bedürfnisse
Ein Hund mit ungedeckten Grundbedürfnissen — Schlaf, angemessene Bewegung, geistige Auslastung, Sicherheit — wird immer wieder neue Symptome zeigen. Egal wie gut wir später trainieren. Diese Stufe wird in den meisten Hundetrainings komplett übersehen.
Stufe 3 — Wissen und Verstehen
Diese Stufe zieht sich durch das gesamte Programm. Du lernst Schritt für Schritt: die Körpersprache deines Hundes zu lesen, sein Stress-System zu verstehen, die Logik hinter dem Lernen, den Reaktivitäts-Typ deines Hundes (Angst, Aggression oder Frust) richtig einzuordnen. Ohne dieses Wissen bleibst du dauerhaft auf einen Trainer angewiesen — und das ist genau, was ich nicht will.
Stufe 4 — Training und Fähigkeitenaufbau
Erst jetzt — wenn das Fundament steht — baust du konkrete Werkzeuge auf: Markersignale, Orientierung, Hand-Touch, Distanz-Management, Pattern Games. Wir trainieren in reizarmen Settings, damit sich die Fähigkeiten neurologisch sauber verankern.
Stufe 5 — Reizarbeit
Zuletzt arbeiten wir an den eigentlichen Auslösern: anderen Hunden, Joggern, Fahrradfahrern. Mit kontrollierten Reizen, in der typ-spezifischen Strategie für deinen Hund. Wer hier beginnt — ohne die Stufen davor — scheitert. Egal wie gut die Methodik selbst ist.
Jeder reaktive Hund hat seine eigene Stress-Gleichung — eine Kombination aus Genetik, Lerngeschichte, Bedürfnis-Lage und aktueller Tagesform. Genau deshalb arbeite ich mit jedem Team individuell und nicht nach Schema.
Mein Training nutzt das Wissen und die Trainingsmethoden aus dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Aversive Werkzeuge — Druck, Strafe, Korrektur über Schmerz oder Schreck — kommen bei mir nicht zum Einsatz.
Ausbildung & Weiterbildung
Mein fachliches Fundament liegt in der wissenschaftsbasierten Tierpsychologie und Verhaltensforschung.
Hauptausbildung: Diplom in Hundewissenschaften (ATN)
An der Akademie für angewandte Tierpsychologie und Tierverhaltenstraining (ATN) habe ich den Hundetrainer-Lehrgang absolviert und nach bestandener schriftlicher Abschlussprüfung das Diplom in Hundewissenschaften erhalten. Die Ausbildung umfasste etwa 900 Unterrichtsstunden und ist staatlich zugelassen (ZFU-Nr. 7247312).
Aktuell: ATN-Ergänzungslehrgang
Seit Ende 2025 absolviere ich den ATN-Ergänzungslehrgang — eine umfassende Aktualisierung des Hundetrainer-Lehrgangs mit neuen Inhalten und aktuellen Entwicklungen aus Forschung und Praxis. Der Lehrgang umfasst 16 Online-Veranstaltungen und ein neues Fachskript; den Abschluss bilden die letzten Webinare im Juli 2026.
Inhaltliche Schwerpunkte der gesamten Ausbildung:
- Ethologie des Hundes — Abstammung, Domestikation, Wolf-Hund-Vergleich, Rassetypen
- Verhaltensentwicklung — Welpe, Junghund, alternder Hund, Genetik
- Ausdrucksverhalten und Körpersprache des Hundes
- Lerntheorien und Trainingsmethoden
- Emotionen, Stress und Neurobiologie — Grundlagen aus der Verhaltensbiologie
- Kognition bei Tieren
- Aggressionsverhalten — Ursachen, Training und Therapie
- Angstverhalten — Ursachen, Training und Therapie
- Hyperaktivität, Zwangsstörungen, Stereotypien
- Hundebegegnungen und Mehrhundehaltung
- Arbeit mit Hunden aus dem Tierschutz
- Verhaltensberatung und Kundengespräche
- Tierschutzrecht, Ernährung, Erste Hilfe, Medical Training
Zusätzlich: über 15 dokumentierte Präsenz-Seminare und laufende Webinar-Weiterbildung bei führenden Dozentinnen und Dozenten im wissenschaftlich fundierten Hundetraining — unter anderem bei Heike Benzing, Gerrit Stephan, Dr. Ute Blaschke-Berthold, Melanie Mayr, Dr. Sven Wieskotten und Bettina Brückler.
Weiterbildung ist für mich kein abgeschlossenes Kapitel, sondern Routine. Wer Hundeverhalten ernst nimmt, muss am aktuellen Stand der Wissenschaft bleiben — sonst arbeitet man irgendwann mit veraltetem Wissen.
Meine Hunde — und was sie mich gelehrt haben

Johnny (10 Jahre)
Johnny lebt seit seinem zweiten Lebensjahr bei mir. Er ist der Hund, der mich an meine Grenzen gebracht hat.
Schon von Anfang an war er extrem schwer zur Ruhe zu bringen. Er brauchte ständig Aufmerksamkeit, schaffte es nicht herunterzufahren, war permanent unter Strom. Dazu kamen drei heftige Hundeangriffe, die dafür sorgten, dass auch draußen alles extrem anstrengend wurde — Hundebegegnungen waren danach das pure Grauen.
Auch wenn es lange gedauert hat und kein gerader Weg war und es einige Rückschläge gab, haben wir es geschafft, einen entspannten Alltag aufzubauen, in dem wir nicht mehr eingeschränkt waren. Dadurch habe ich wirklich viel gelernt, das ich heute in mein Training integriere.
Johnny ist heute zehn. Er ist immer noch ein Hund, den man nicht „auf Autopilot" führen kann. Aber er hat mir gezeigt, was geht, wenn man die richtigen Hebel kennt.

Luna (5 Jahre)
Luna ist Sarahs Hund — und seit einigen Jahren auch meiner.
Sie hat die ersten acht Monate ihres Lebens in einer Wohnung eingesperrt verbracht. Dann wurde sie gerettet, kam ins Tierheim, und Sarah hat sie adoptiert — und unser Leben damit erneut aufgewirbelt.
Als ich Luna mit etwa drei Jahren kennengelernt habe, war die Liste lang: Sie zog massiv an der Leine. Sie war draußen kaum ansprechbar. Sie bellte andere Hunde an. Sarah war vorher bei verschiedenen Trainern und Hundeschulen — entweder wurde Luna ausgeschlossen, oder es half nicht. Dazu kamen Darmprobleme, die das Training über lange Zeit eingeschränkt haben — bis endlich das richtige Futter gefunden war.
Heute läuft das meiste sehr gut. Im Einzeltraining ist sie ein toller Begleiter. Wenn ich mit beiden Hunden gleichzeitig unterwegs bin, sind wir bei etwa 80 Prozent — an engen Wegen entspannt an anderen Hunden vorbeizugehen, fällt ihr noch schwer. Aber auch hier bleibe ich dran, bis ich es gelöst habe.
Was ich von beiden gelernt habe
Mit Johnny habe ich gelernt: Es gibt keinen „schwierigen Hund", den man nicht erreichen kann. Aber es geht eben nicht über Druck und auch nicht über Abkürzungen — sondern über Geduld, Wissen und einen durchdachten Plan.
Mit Luna habe ich gelernt: Verhalten hängt an Gesundheit, an Vorgeschichte, an Kontext. Wer das ignoriert, behandelt nur Symptome. Und Symptome zu behandeln, ohne die Ursache zu sehen, frustriert Mensch und Hund.
Die Erfahrungen mit meinen eigenen Hunden sind der Grund, warum ich nicht mit Standardrezepten arbeite — sondern mit jedem Mensch-Hund-Team individuell an seinen Themen.
Was als Nächstes
Wenn du bis hierher gelesen hast, hast du eine ziemlich klare Vorstellung davon, wer ich bin und wie ich arbeite. Was jetzt sinnvoll ist, hängt davon ab, wo du gerade stehst.
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